Es war ein aufregendes Jahr in der Formel 4 für Michelle Halder!

Erfahrungen sammeln und die persönliche Weiterentwicklung standen für die Youngster-Pilotin im Fokus.

Für die Nachwuchsfahrerin aus Meßkirch (BW) war es die erste Saison in einer Formelserie. 2014 startete sie noch im ADAC Kart Masters und wurde aufgrund ihrer herausragenden Leistung in den Förderkader der ADAC Stiftung Sport aufgenommen. „Ich bin sehr stolz auf die Auszeichnung und hoffe, dass ich den Erwartungen des ADAC und meiner Fans gerecht wurde“, sagt Halder am Saisonende über ihre Aufnahme in das Nachwuchsförderprogramm.

Der Saisonstart in Oschersleben begann zwar mit einem herben Rückschlag, da die Stoßdämpfer an der Vorderachse ihren Dienst quittierten und sie sich deshalb nicht für die Rennen qualifizieren konnte, aber es blieb der Einzige technische Rückschlag des gut organisierten Privat-Teams in einer  harten Saison.

Nach ihrer Schulabschlussprüfung konnte sich Michelle ab dem zweiten Rennwochenende in Salzburg für jeden weiteren Saison-Lauf qualifizieren. Über die Ardennen-Achterbahn in Spa und die legendäre „Eau Rouge“ resümierte die Youngster-Pilotin „Mir hat diese Strecke wahnsinnig viel Spaß gemacht“.

Vor dem Rennen am Lausitzring konnte Halder ihre Rennfahrer-Qualitäten bereits im ZDF Fernsehgarten bei Andrea Kiewel unter Beweis stellen. Dort machte sie vor 2 Millionen Zuschauern an den TV-Geräten mit ihrem Formel 4 Boliden im Duell gegen ihre Kollegen eine gute Figur und überzeugte als weibliche Botschafterin der ADAC Formel 4 indem sie Motorsport zum Anfassen präsentierte.

„Dank der Hilfe meines Ingenieurs, verstehe ich das Auto und die damit verbundenen Aufgaben immer besser“, lächelte die Youngster am Lausitzring zufrieden. Und so war es auch keine große Überraschung, dass der Erfolg nicht lange auf sich warten lies. Mit Platz 22 im ersten und 24 im dritten Rennen im Gepäck, ging es voller Freude zum traditionsreichen Nürburgring.

Auf der 3629 Meter langen Strecke in der Eifel lief es zunächst nicht optimal für die inzwischen 16-jährige Halder. Das beste Ergebnis fuhr die freundliche Schwäbin im zweiten Rennen ein, in dem sie sich von Platz 34 auf 24 vorkämpfen konnte. Die Erlebnisse am Nürburgring wurden auch von einem Fernsehteam des Kinderkanals Kika dokumentiert, welches das ganze Jahr über die junge Formel-4-Pilotin zu den verschiedensten Stationen Ihrer Karriere begleitet.

Erst Regen, dann Sonne, volle Zuschauerränge und eine Strecke, die es in sich hat – all das bot das sechste Saisonrennen auf dem Sachsenring auf. Mit vielen schnellen Kurven und durch das ständige Auf und Ab ist der Sachsenring eine der schwierigsten Grand Prix-Strecken. „Da braucht man schon etwas Mut“ weiß Halder mit einem Schmunzeln zu berichten. Und den hatte sie letztendlich auch. So konnte sie Ihr bis dato bestes Saisonergebnis einfahren.

Im September ging es zusammen mit der DTM zum vorletzten Rennwochenende nach Oschersleben. Obwohl sie im September eine Ausbildung zur Mediengestalterin begonnen hat, war das Ziel klar definiert. Die Top 20 sollten vor großer Kulisse angegriffen werden. Verschiedene Faktoren führten dazu, dass dies nicht ganz gelang. Bereits im freien Training lief alles anders als geplant und sie musste von Rang 34 in das erste Rennen starten. „Ich bin gut weggekommen, aber durch einen Kontakt mit einem anderen Fahrer habe ich wieder viele Plätze verloren“, berichtet die ehrgeizige Motorsportlerin. Im zweiten Rennen konnte Halder dann erfolgreich zwölf Plätze gut machen und an 22. Stelle ins Ziel fahren. Der letzte Lauf an diesem Wochenende wurde von anhaltendem Nieselregen begleitet, der einige Fahrer ins Rutschen brachte. „Durch das wechselhafte Wetter waren die Bedingungen besonders am Sonntag etwas knifflig“ resümierte Halder.

Vom 02.-04. Oktober fand das Saisonfinale in Hockenheim statt. Im ersten Rennen war nach einem ordentlichen Start bereits nach 5 Runden aufgrund eines unverschuldeten Unfalls leider Schluß. Bei einem hektischen Überholmanöver scherte der überholende Pilot leider etwas zu früh wieder auf die Idealspur ein und tuschierte ihren Boliden. Dabei wurden die Felge, der Reifen und der Frontflügel so stark beschädigt, dass eine Weiterfahrt leider unmöglich war.

Das zweite Rennen lief dann am Samstagnachmittag deutlich besser. Von Startplatz 30 konnte sie sich bis auf Platz 22 vorarbeiten. Wäre es nicht zu einem schweren Unfall im Feld mit anschließendem Saftey-Car gekommen,  wäre eine bessere Platzierung noch im Rahmen des Möglichen gewesen. Leider wurde Ihr auch im Dritten und letzten Rennen der Saison das SC zum Verhängnis. Nach einem gelungenen Start von P30 konnte sie sich im Laufe der Renndauer bis auf den 18. Platz vorarbeiten.  Da es wieder zu einem Unfall im Starterfeld kam, führ das SC erneut auf die Strecke. Diese Ausgangssituation verlief für Halder leider etwas unglücklich und sie viel wieder auf P20 zurück.

Damit endete für Michelle Halder ein aufregendes Jahr mit vielen neuen Erfahrungen, Emotionen und Eindrücken. Nun heißt es sich im Winter mit einem ausgewogenen Ernährungsplan und Fitnessprogramm sowie möglichst vielen Runden im Simulator auf die neue Saison optimal vorzubereiten. Das Ziel für Michelle und Ihren 160 PS starken Renner ist klar definiert… es muss weiter nach vorne gehen.